Die Bibliothek zum 5. Sachstandsbericht

K, Donnerstag, 26. September 2013 21:52

Kyoto-Protokoll

1997 in der japanischen Kaiserstadt Kyoto verabschiedetes  Zusatzprotokoll zur Ausgestaltung der --> UN-Klimarahmenkonvention. Das Kyoto-Protokoll sieht erstmals konkrete Reduktionsziele in einer Verpflichtungsperiode der Jahre 2008 bis 2012 für die sechs wichtigsten --> Treibhausgase vor, und zwar eine Reduktion um durchschnittlich 5,2 Prozent gegenüber dem Bezugsjahr 1990.

Die Verhandler hatten allerdings ein Quorum für das In-Kraft-Treten festgelegt. Demnach sollte das Kyoto-Protokoll erst in Kraft treten, wenn mindestens 55 Staaten das Protokoll in nationales Recht umgesetzt haben, die mindestens 55 Prozent der weltweiten Emissionen vereinen. Wegen dieser Bedingung dauerte es bis Februar 2005: Erst mit dem Beschlus des russischen Parlements konnte das Protokoll auch ohne die USA in Kraft treten.

Beim Klimagipfel 2009 in Kopenhagen wurde im Prinzip um eine zweite Verpflichtungsperiode von 2013 bis 2018 mit neuen Reduktionszielen gerungen. Allerdings wollten die USA diesen Weg nicht mitgehen. Die USA stoßen heute viel mehr Treibhausgase aus als 1990, obwohl sie sich in Kyoto eigentlich zu einer Reduktion um sieben Prozent verpflichtet hatten. Allerdings ist dies nie in nationales Recht umgesetzt worden – weshalb die USA der einzige Industriestaat sind, der außerhalb der "Kyoto-Welt" steht.

China wiederum, das mittlerweile mehr Treibhausgase als die USA ausstößt – zwar noch lange nicht pro Kopf, aber absolut –, will sich nur zu eigenen Reduktionen in einer zweiten Verhandlungsperiode verpflichten, wenn auch die USA unter das Dach des Kyoto-Protokolls kommen.

Der komplette Text des Kyoto-Protokolls auf Deutsch findet sich HIER.