IPCC-Arbeitsgruppe 2: Bericht, Sonntag, 19. Oktober 2014 14:31

IPCC korrigiert Kapitel 2

Der IPCC streicht eine umstrittene Aussage aus seinem Bericht der Arbeitsgruppe 2. Darin war eine moderate globale Erwärmung als positiv für die Wirtschaft bezeichnet worden. Am kommenden Wochenende soll der Synthese-Bericht erscheinen.

Von Benjamin von Brackel

Im Bericht der Arbeitsgruppe 2 zum Fünften Sachstandsbericht des Weltklimarates IPCC haben die Wissenschaftler eine umstrittene Passage getilgt. Im Berichtsentwurf zu Klimafolgen, Anpassung und Verwundbarkeit vom März stand noch der Satz: "Der Klimawandel kann gut Nutzen bringen, wenn er moderat ausfällt, aber negative Auswirkungen haben bei einer starken Erwärmung." Er beruhte auf Fehlern und unzulässigen Schätzungen, so war etwa das Schmelzen des Grönländischen Eisschildes in den Berechnungen außen vor gelassen worden.

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Der Weltklimarat zieht die Aussage zurück, dass die Weltwirtschaft von einer leichten Erwärmung profitieren könnte. (Foto: UNHCR)

Die Aussage stammt von Richard Tol, einem der "Koordinierenden Leitautoren" für den Fünften Sachstandsbericht und zuständig für das Kapitel "Wichtige Wirtschaftssektoren und Dienstleistungen". Der Niederländer hatte in der Vergangenheit die Weltklimarats-Berichte als "apokalyptisch" bezeichnet und im letzten IPCC-Report die Passage eingefügt, wonach eine Erderwärmung um ein oder zwei Grad förderlich für die Weltwirtschaft sei. Damals war das ein gefundenes Fressen für Klima-"Skeptiker".

Der neue Bericht warnt, dass der Klimawandel besonders Asien hart treffen könnte. Vor allem Westjapan, Ostchina und Hinterindien seien vom Klimawandel bedroht. Die Ernten beim Reis, dem wichtigsten Grundnahrungsmittel in der Region, könnten ausfallen und so die Nahrungsmittelpreise ansteigen lassen. Auch von Überflutungen, Dürren und Wirbelstürmen sei Asien außergewöhnlich stark betroffen.

Zusammenfassung der Arbeitsgruppe 1 übersetzt

Die deutsche IPCC-Koordinierungsstelle hat mittlerweile die "Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger" ("Summary for Policymakers") des Berichts der Arbeitsgruppe 1 zu den wissenschaftlichen Grundlagen übersetzt. In Zusammenarbeit mit der Schweizer Akademie der Naturwissenschaften und dem österreichischen Umweltbundesamt entstand ein deutschsprachiges Dokument, das nicht regierungsamtlich ist. Die Übersetzung der Zusammenfassungen der Arbeitsgruppen 2 und 3 sollen demnächst folgen.

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Mehr Emissionen, mehr Erwärmung, mehr Risiken – auch für die Wirtschaft: Aus der Präsentation der "Summary" vom Bericht der Arbeitsgruppe 2. (Bild: Screenshot/kra)

Am 27. Oktober beginnt in Kopenhagen das letzte Berichtsevent zum 5. Sachstandsbericht: Die IPCC-Plenarsitzung wird den sogenannten "Synthesebericht" verabschieden und auch für diesen eine Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger herausgeben. Diese "Summary for Policymakers" wird Zeile für Zeile von den Regierungen verabschiedet und soll am 31. Oktober veröffentlicht werden. Damit wäre der 5. Sachstandsbericht komplett und die Berichtssaison vorbei.