IPCC-Arbeitsgruppe 3: Bericht, Freitag, 16. August 2013 00:00

"Reduktion": Der Zeitplan von Arbeitsgruppe 3

In der Arbeitsgruppe 3 geht es um "Emissionsminderung": Welche politischen und technologischen Maßnahmen sind notwendig, um einen gefährlichen Klimawandel noch aufhalten zu können? Vermutlich das brisanteste Kapitel aus Sicht der nördlichen Hemisphäre: Im September 2014 sollen auf dem Ban-Ki-Moon-Gipfel in New York freiwillige Reduktionspflichten auf den Tisch. Das ist notwendig, damit 2015 tatsächlich ein neuer Welt-Klimavertrag beschlossen werden kann - und das unzulänliche Kyoto-Regime ablöst. 

Im Januar 2014 soll der Entwurf der Arbeitsgruppe 3 geleakt werden: Eingeweihte spielten ihn der New York Times und anderen englischsprachigen Medien zu. Offenbar, weil der Entwurf enorm brisant ist: Sollten die Staaten beim Einsparen versagen, müssten zukünftige Generationen Technologien entwickeln, um der Atmosphäre Kohlendioxid zu entziehen und dieses wirksam zu speichern, heißt es im Zwischen-Report der IPCC-Arbeitsgruppe 3. Die Autoren warnen: Falls solche Technologien überhaupt einmal einsatzfähig werden, dürften sie wesentlich teurer sein als die Einleitung nötiger Schritte zum jetzigen Zeitpunkt. Derzeit werde aber mehr Geld in die Subvention von fossilen Energieträgern gesteckt, als in die Förderung erneuerbarer Energiequellen. Die steigenden Emissionen aus der weltweit vermehrten Nutzung von Kohlekraftwerken seien ein großes Risiko. Der Weltklimarat befürchtet einen wirtschaftlichen Zusammenbruch, wenn die CO2-Emissionen nicht sofort gesenkt werden.

Der deutsche Ökonom Professor Ottmar Edenhofer vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) ist einer der drei Vorsitzenden dieser Arbeitsgruppe. Das Ergebnis des 3. Kapitels des 5. Sachstandsberichtes wird ab 7. April mit den Regierungsvertretern in Berlin beraten, um dann am 11. April veröffentlicht zu werden.