R, Donnerstag, 26. September 2013 22:04

RSPO

Der im Jahr 2004 auf Initiative des WWF gegründete Runde Tisch für nachhaltiges Palmöl (Roundtable on Sustainable Palm Oil, RSPO) hat das Ziel, nachhaltige Anbaumethoden für Palmöl zu fördern und so die Umweltschäden zu begrenzen.Der RSPO vergibt an Produzenten von Palmöl, die sich an gewisse Nachhaltigkeitsstandards halten, ein eigenes Siegel. Er gilt jedoch als industriedominiert, da zu seinen Mitgliedern 581 Unternehmen aus der Palmölwirtschaft zählen und nur 26 Umweltschutzorganisationen und andere NGOs vertreten sind. Im November 2007 traten die RSPO-Prinzipien und Kriterien für die nachhaltige Produktion von Palmöl in Kraft. Ende 2008 war das erste zertifizierte Palmöl am Markt verfügbar. Bislang ist nur ein geringer Teil der Gesamtproduktion der RSPO-Mitglieder tatsächlich zertifiziert. Zudem kritisiert die Umweltschutzorganisation Robin Wood, dass der RSPO im Interesse der Mitgliedskonzerne nur sehr laxe Standards setze: So sei es generell erlaubt, Tropenwälder in Ölpalmen-Monokulturen umzuwandeln, nur Wälder mit einem "hohen Schutzwert" (High Conservation Value Forests) würden geschützt. Peter Gerhard, Tropenwaldreferent bei Robin Wood, erklärt: "In der Praxis führt das zu großflächigen Kahlschlägen, unterbrochen von winzigen, miteinander vernetzten Schutzgebieten. Die RSPO-Kontrolleuere sind außerdem nicht unabhängig, sondern werden von den Konzernen, die sie kontrollieren sollen, direkt bezahlt." In einer gemeinsamen Erklärung kritisierten 256 Umwelt-, Sozial- und Menschenrechtsorganisationen aus aller Welt das Label massiv und bezeichnen es als "Etikettenschwindel" und den RSPO als Greenwashing-Instrument. Die Organisationen betonen, dass riesige Plantagen aus Monokulturen von Palmölbäumen niemals nachhaltig sein könnten. Die Plantagen führen zu Entwaldung und in der Folge zum Verlust der biologischen Vielfalt, zu Überschwemmungen, schlimmeren Dürren, Bodenerosion, Gewässerverschmutzung und das Aufkommen von Schädlingen infolge des Zusammenbruchs des ökologischen Gleichgewichts und Veränderungen in den Nahrungsmittelketten. Des Weiteren haben die Rodungen von Regenwald und Trockenlegung von Torfmooren vor allem in Südost-Asien gravierende Folgen für das weltweite Klima, da riesige Mengen an Kohlenstoffdioxid frei werden. So sieht auch die indonesische Umweltschutzorganisation Save our Borneo den RSPO als verlängerten Arm der Palmölkonzerne. Die beteiligten Unternehmen würden weiter Regenwälder zerstören, Ölpalmen-Monokulturen bewirtschaften und seien mitschuldig an Landraub. Besonders im Fokus der Kritik: Der Lebensmittelkonzern Unilever und dessen wichtigster Palmöllieferant Wilmar. Beide Firmen sitzem im Vorstand des RSPO, ihnen wurde in der Vergangenheit mehrfach vorgeworfen, sich an der gewaltsamen Vertreibung von Menschen beteiligt zu haben. weitere Informationen: Wikipedia - Roundtable on Sustainable Palm Oil 

R, Donnerstag, 26. September 2013 22:04

RFI-Faktor

RFI ist die Abkürzung für "Radiative Forcing Index" und stellt den Versuch dar, die Klimawirkungen von Flugzeugen vollständig zu erfassen. Die "Erwärmungswirkung" (englisch: "radiative forcing") der Luftverkehrsemissionen auf das Weltklima hängt nämlich nicht allein von der Menge des ausgestoßenen Kohlendioxids ab, Flugzeuge verursachen daneben noch andere Treibhausgase, die noch dazu in besonders sensiblen Schichten der Erdatmosphäre ausgebracht werden: Stickoxide zum Beispiel oder auch Rußpartikel und Wasserdampf.  [mehr...] Um die gesamten Klimaschäden durchs Fliegen abzuschätzen, werden deshalb die CO2-Emissionen mit dem RFI-Faktor multipliziert. Über die exakte Höhe dieses Faktors bestehen noch wissenschaftliche Unsicherheiten. Der Weltklimarat IPCC hat sich schon 1999 in einem Report ausführlich dazu geäußert und nannte einen Faktor von 2,7. Auf der Basis des 2007er IPCC-Berichts haben Prof. Hartmut Grassl (Max-Planck-Institut für Meteorologie, Hamburg) und Dietrich Brockhagen (atmosfair, Berlin) in einem Aufsatz einen RFI-Faktor von 1,9 bis 4,7 vorgeschlagen. Das Umweltbundesamt schreibt in einem "Leitfaden zur freiwilligen Kompensation von Treibhausgasen" (S. 13): "Bedeutsam für den RFI sind unter anderem die Emission von Stickoxiden und die Förderung vermehrter Wolkenbildung durch den Ausstoß von Rußpartikeln und Wasserdampf. Die Wirkung letzterer lässt sich allerdings bisher noch nicht mit der gleichen Sicherheit wie die anderen Effekte des Flugverkehrs bestimmen, weshalb der RFI nach derzeitigem Wissensstand nur als Spanne angegeben werden kann. Nach Schätzung des Umweltbundesamtes liegt er zwischen 3 und 5, das heißt, die Klimawirkung des Flugverkehrs ist mindestens 3-mal und höchstens 5-mal so groß wie die Wirkung des ausgestoßenen Kohlendioxids allein." Seriöse Angebote zur Klimakompensation von Flugreisen sollten deshalb stets einen RFI-Faktor berücksichtigen. Die meisten Fluggesellschaften hingegen ignorieren die erhöhte Klimaschädlichkeit. Sie betonen gern, dass auf den Luftverkehr nur rund zwei Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes entfielen, womit sie implizieren, dass in anderen Wirtschaftsbereichen Klimaschutzmaßnahmen notwendiger und sinnvoller seien. Der durch den Luftverkehr zu verantwortende Klimaschaden aber beträgt bei Berücksichtigung des RFI-Faktors sechs bis zehn Prozent des gesamten, menschengemachten Treibhauseffektes - Verursacher ist dabei ein sehr kleiner Teil der Weltbevölkerung.