Z, Donnerstag, 26. September 2013 22:27

Zwei-Grad-Ziel

Das Zwei-Grad-Ziel ist eine politische Festsetzung nach wissenschaftlichem Sachstand des --> Weltklimarates über die wahrscheinlichen Folgen des Klimawandels. Das Zwei-Grad-Ziel beschreibt den Vorsatz, die globale Erwärmung auf zwei Grad Celsius gegenüber dem Niveau vor Beginn der Industrialisierung zu begrenzen. Jenseits dessen drohen nach den Erkenntnissen der Klimaforschung sogenannte  --> Kipp-Elemente. Nach deren Eintreten wären die Folgen des Klimawandels unabsehbar und teilweise unumkehrbar.

Erstmals in einen politischen Prozess eingeflossen ist das Zwei-Grad-Ziel durch den Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WGBU). Der WBGU befürwortete die Zwei-Grad-Grenze 1995 in einem Gutachten, woraufhin sie dann von der Politik übernommen und zum Ziel der europäischen Klimaschutzpolitik gemacht wurde.

2009 einigten sich auf der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen die Delegierten auf den
--> Copenhagen Accord. Dieser war jedoch kein völkerrechtlich bindender Beschluss, sondern wurde erst ein Jahr später auf der UN-Klimakonferenz 2010 in Cancún anerkannt und verabschiedet. Kritisiert wurde dieser Beschluss von Bolivien als Vertreter der Alba-Länder sowie von der Alliance of Small Island States (AOSIS). Diese Länder fordern aus unterschiedlichen Gründen eine Grenze von 1,5 Grad. Heute gibt es in der wissenschaftlichen Debatte Zweifel, ob selbst das Zwei-Grad-Ziel noch einzuhalten sei.

Um das Zwei-Grad-Ziel mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent zu erreichen, dürfte die Treibhausgas-Konzentration in der Atmosphäre 450 parts per million (ppm) nicht überschreiten. Die momentane Entwicklung ist jedoch gegenläufig.

weitere Informationen: Bildungsserver: 2-Grad-Ziel, Wikipedia: Zwei-Grad-Ziel