IPCC-Arbeitsgruppe 2: Kommentar, Freitag, 18. Oktober 2013 15:50

45 Prozent weniger Arktis-Eis

Der neueste Bericht des Weltklimarats zeigt deutlich, was Klimaleugner nicht wahrhaben wollen: Bis zum Ende des Jahrhunderts kommt es zu einem dramatischen Anstieg des Meeresspiegels. Die Forscher gehen von bis zu 90 Zentimetern aus. Die Nordostpassage in der Arktis dürfte Mitte des Jahrhunderts eisfrei sein.

Ein Kommentar von Franz Alt

5902pre_99303bd904c7059.jpg?v=2012-02-22 17:55:17Die New York Times zitiert aus dem neuen Sachstandsbericht des Weltklimarates IPCC. Demnach kommt es bis zum Ende dieses Jahrhunderts zu einem dramatischen Anstieg des Meeresspiegels. Die wenigen Klimawandel-Leugner, deren politischer Einfluss vor allem in den USA groß ist, werden immer deutlicher widerlegt.

Der neue Bericht gibt die Überzeugung der Wissenschaftler wieder, dass die Erderwärmung zur Erwärmung der Meere führt und damit auch zum Abschmelzen der Eisberge. Diese Eisschmelze wiederum führt zum Anstieg des Meeresspiegels.

Der Meeresspiegel kann laut Bericht bis zum Ende dieses Jahrhunderts um bis zu 90 Zentimeter ansteigen. In früheren Berichten war von einem Anstieg von bis zu 60 Zentimetern die Rede. Die IPCC-Wissenschaftler sind auch "immer stärker überzeugt", dass die Menschheit am Klimawandel mit seinen vielen Konsequenzen wie Überschwemmungen, Waldbränden und Hitzewellen die Hauptschuld trägt.

Hunderte von Wissenschaftlern aus der ganzen Welt haben für den IPCC die neuen Erkenntnisse zusammengetragen.

Der fortschreitende Klimawandel ist am deutlichsten an den Polen zu erkennen, wo der Schiffsverkehr rasch zunimmt. Das schmelzende Eis gibt am Nordpol Schiffsrouten frei, die bisher versperrt waren. So erlaubten russische Behörden in diesem Jahr bereits 204 Schiffen die Passage entlang der sibirischen Nordküste, 2012 waren es im gesamten Jahr nur 46 und 2009 erst vier.

Laut verschiedenen Studien dürfte der Schiffsverkehr auf der Nordostpassage bis etwa 2040 komplett möglich sein, weil dann die gesamte Route eisfrei sein wird. Wissenschaftler haben errechnet, dass 2012 die vom Eis bedeckte Fläche in der Arktis  gegenüber 1981 um 45 Prozent zurückgegangen ist. Es verschwand eine Fläche Eis, die fast zehnmal so groß ist wie Deutschland, etwa 3,4 Millionen Quadratkilometer.

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Der menschengemachte Klimawandel ist hauptverantwortlich für den Eisrückgang in der Arktis. Zu diesem Schluss kommt der neue Sachstandsbericht des IPCC. (Foto: 
Brocken Inaglory/Wikimedia Commons) 

Franz Alt ist Buchautor und Fernsehmoderator